Archiv der Kategorie 'Workshops I'

Otfried Nassauer: Militärische Zukunftskonzepte und Technologie

Raum MA 548. In seinem Workshop wird Otfried Nassauer insbesondere auf die neue NATO-Strategie eingehen, die vor kurzem verabschiedet wurde. Es geht um militärische Zukunftskonzepte und Technologien, wie auch die deutsche Sicherheitspolitik. Rüstungskontrolle und Abrüstungsprozesse (START, ABM, CFE, NW, Ottawa-Prozeß) sind Teil des sicherheitspolitischen Themenspektrum.

Otfried Nassauer ist Direktor des BITS , d.h. des Berliner Informationszentrums für Transatlantische Sicherheit. Er ist freier Journalist , Gründer des Zentrums und im Vorstand des Fördervereins. Das Informationszentrum ist einer der wenigen sicherheitspolitischen „THINK TANKS“ in Deutschland.

Christoph Hörstel: „Krieg gegen den Terrorismus“

Raum MA 642. In „Brandherd Pakistan. Wie der Terrorkrieg nach Deutschland kommt“ von 2008 auf Seite 129, das Jahr 1985 betreffend, überfällt Hörstel die Frage: Was würdest du tun , wenn du keine Angst hättest? Die Antwort findet er mit folgenden Formulierungen: „Und nun diese völlig irrwitzige Frage , die mich traf wie ein Geschoß. Ich wußte sofort, was ich täte, so ganz ohne Angst , diesen ständigen Tudor der Menschen: Dorthin gehen wo es am schlimmsten ist – und anfangen zu helfen.
Im NEUEN DEUTSCHLAND vom 21. April 2010 ist unter dem Titel „Wen die Bombe trifft“ eine Analyse von Hörstel zu lesen, die den ausgedehnten Straßenbombenbau insbesondere an der afghanisch-pakistanischen Grenze (eine tödliche Lehmhütten-Industrie) beschreibt – die Geheimdienste wissen Bescheid und erkaufen nach Bedarf die Gunst derer, die das Geschehen bestimmen. In dieser Zeit waren wieder vier tote Deutsche aus dem Hindukusch auszufliegen.

Christoph R. Hörstel, geb. 1956 in Bremen, lebt derzeit mit seiner Familie in Deutschland. Hörstel studierte Betriebswirtschaftslehre, Sinologie, Französisch und Spanisch und leistete den Wehrdienst in der Bundeswehr. Ab 1985 war er beim ARD-Fernsehen als Sonderkorrespondent, später auch als Nachrichtenmoderator mit 2500 Live-Sendungen sowie als leitender Redakteur tätig. Hörstel gilt in Politik und Medien aufgrund seiner 23 Jahre Erfahrung aus erster Hand in Afghanistan und Pakistan als Experte für Afghanistan, Islamismus und Terror. In diesem Zusammenhang war er auch als Regierungsberater tätig. Weitere Einsätze führten Hörstel im Herbst 2003 in den Irak, im Sommer 2005 in den Iran und im Frühjahr 2006 begann Hörstel seine Tätigkeit als Coach für ausgewählte Führungskräfte der deutschen ISAF-Truppen im Fach „Landeskunde Afghanistan“. Er war auch Gastdozent am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik in Hamburg. Hörstel wurde dadurch bekannt, dass er im Jahre 2001 während des Sturzes der Taliban der einzige westliche Journalist in Kabul war.

Werner Ruf: Afrika im Visier der Großmächte

Raum MA 544. Im vergangenen Jahrzehnt kann geradezu von einer „Wiederentdeckung Afrikas“ gesprochen werden: Energieträger wie Öl, Gas, Uran, aber auch Gold, Diamanten, Kupfer, Lithium, Coltan sind jene Rohstoffe, die die Industrienationen dringend benötigen. Inzwischen ist China als einflussreiche Großmacht auf dem Kontinent präsent. Mit einem neuen militärischen Oberkommando (Africom) und EU-Militäreinsätzen versuchen die westlichen Mächte ihren Einfluss zu sichern …

Prof. Dr. Werner Ruf ist Professor für Internationale und intergesellschaftliche Beziehungen und Außenpolitik. Sein Arbeitsschwerpunkt liegt in der Friedens- und Konflikforschung.

Jürgen Wagner: Globalisierung und Krieg: Bekämpfung der Armen statt Armutsbekämpfung durch NATO und Europäische Union

Raum MA 141. Die neoliberale Globalisierung hat zu einer dramatischen Verarmung weiter Teile der Weltbevölkerung geführt, die durch die jüngste Finanz- und Wirtschaftskrise weiter verschärft wird. Die Folge werden zunehmende Armutskonflikte in der so genannten Dritten Welt sein, so auch die Einschätzung zahlreicher Militärstudien. Anstatt dieser Entwicklung durch die Etablierung einer gerechteren Weltwirtschaftsordnung entgegenzuwirken, versuchen NATO und Europäische Union mit militärischen Mitteln den Dampfkessel dieser Globalisierungskonflikte unter Kontrolle zu bringen. Im Workshop sollen sowohl die einzelnen Strategien zur militärischen Absicherung des neoliberalen Systems als auch die wirtschaftlichen Umbaumaßnahmen im Rahmen westlicher Besatzungen näher beleuchtet werden.

Jürgen Wagner ist geschäftsführender Vorstand der Tübinger Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V. Publikationsliste

Rolf Gössner: Militärischer Heimatschutz – Neue Sicherheitsarchitektur für den alltäglichen Ausnahmezustand?

Raum MA 550. Die Anschläge in den USA vom 11.9.2001 haben weltweit eine Gewaltwelle ausgelöst, die zu Krieg und Terror, Folter und Elend führte. Mithin zu gravierenden Menschen- und Völkerrechtsverletzungen – und zwar nicht allein durch die zahlreichen Terrorakte, die wir seitdem erleben und beklagen, sondern in weit größerem Maße durch die Art und Weise der weltweiten Terrorbekämpfung. Der „War on Terror“ hat nicht nur außenpolitisch eine Periode des permanenten Ausnahmezustands eingeläutet, sondern auch im Inneren der westlichen Demokratien Freiheitsrechte ausgehöhlt.

Welche Risiken und Nebenwirkungen sind mit der neuen Sicherheitsarchitektur verbunden – für alle Bürger/innen, für einen demokratischen Rechtsstaat und eine liberale Gesellschaft? Führt dieser Umbau zu einer Entfesselung staatlicher Gewalten und staatlicher Macht, die dann nur noch schwer zu kontrollieren ist? Droht nach der Militarisierung der Außenpolitik eine Militarisierung der „Inneren Sicherheit“ und welche strukturellen Elemente sind bereits verwirklicht, welche noch zu erwarten? Befinden wir uns auf dem Weg in einen präventiven Sicherheitsstaat, in dem der Ausnahmezustand seinen Ausnahmecharakter verliert und zum rechtlichen Normalzustand der Krisenverhütung und -bewältigung wird?

Dr. Rolf Gössner, Rechtsanwalt und Publizist in Bremen, Vizepräsident der Internationalen Liga für Menschenrechte, Berlin; Sachverständiger in Gesetzgebungsverfahren des Bundestags und von Landtagen. Mitherausgeber des „Grundrechte-Reports“. Mitglied in der Jury zur Vergabe des Negativpreises „BigBrother-Award”. Autor zahlreicher Sachbücher zu Bürger- und Menschenrechtsthemen, zuletzt: >Menschenrechte in Zeiten des Terrors. Kollateralschäden an der „Heimatfront“< , Hamburg 2007. Mehr von Rolf Gössner.