Archiv der Kategorie 'Workshops II'

Bernd Drücke: Perspektiven des libertären Antimilitarismus

Raum MA 043.

Bernd Drücke ist Soziologe und seit November 1998 ist er presserechtlich verantwortlicher Koordinationsredakteur der Graswurzelrevolution, einer seit 1972 überregional erscheinenden Monatszeitung für eine gewaltfreie, herrschaftslose Gesellschaft. Die Zeitung war damals wie heute auch ein Sprachrohr antimilitaristischer Bewegungen und totaler Kriegsdienstverweigerer, die den Kriegsdienst, den sogenannten ‚Zivildienst‘ und alle anderen Zwangsdienste ablehnen.“

Wikipedia-Artikel zu Bernd
Website der Graswurzelrevolution und des Verlags

Peter Klemm: 100 Prozent Erneuerbare Energie ist ein Gebot der Friedensbewegung

Raum MA 544. Warum sind seit Jahren 2/3 der Bevölkerung anhaltend gegen die Teilnahme am Krieg der USA in Afghanistan
und dennoch findet dieser Unwille nicht den Weg auf die Straße? Weshalb sehen sich die Friedensaktivisten umgeben von einer friedensgewillten Bevölkerung und bleiben trotzdem völlig isoliert?

Zu ändern wäre dies nur durch die Schaffung eines großen Bündnisses, das die Gesellschaft-verändernden Bewegungen politisch integriert und die Hoffnung bietet, politischen, sozialen, ökonomischen und ökologischen Einzelbestrebungen der Gruppen vorbehaltlos teilzunehmen.

Peter Klemm lebt als pensionierter Lehrer in Hamburg und zeichnet sich auch als ATTAC – Mitglied besonders basisdemokratisch orientiert aus. Außerdem ist er aktiv im Solarenergie-Förderverein, im AK-Frieden des
DGB Hamburg und ehemaliger Sprecher des Bundes der Energieverbraucher Hamburg.

Dr. Shungu M. Tundanonga-Dikunda: Frauenvergewaltigung als Kriegswaffe in rohstoffreichen Entwicklungsländer

Raum MA 644. Frauenvergewaltigung als Kriegswaffe in rohstoffreichen Teilgebieten von Entwicklungsländern an den Beispielen: östlicher Teil der Demokratische Republik Kongo (Coltan) und die Karen- und Shan Gebiete in Myanmar/Burma (Gas)

JedeR von uns hat 1 Handy und vielleicht 1 Laptop, aber wir fragen uns nicht warum sie so billig sind.
Wir sind alle zufrieden mit unserer Lebensqualität, aber wir fragen uns nicht, was hat Gas aus Myanmar (burma) hier zu suchen.
Gorillas im Kongo haben Lobbies in Deutschland, aber im Kongo vergewaltigte Frauen nicht. Die Politisierung der Menschenrechte hat dazu geführt, dass Frauenrechte und Kinderrechte in rohstoffreichen Kriegsgebieten, keine Menschenrechte mehr sind in unseren Komsumgesellschaften.
Mir geht es nicht darum Forderungen an westliche Regierungen zu stellen, sondern um die Sensibilisierung der Community. die Community reagiert statt zu agieren und sie ist der manipulierte Konsument der Infoentertainement-Gesellschaft geworden.
Wenn wir von Antikrieg reden, dann muss das in senso stricto und in senso extenso sein. Es gibt Soft Wars, Hard Wars und Soft & Hard wars: Blut muss heute nicht mehr fließen. Wenn HIV-infizierte Milizen oder Soldaten Frauen vergewaltigen, ist die Reichweite der Folgen nicht quantifizierbar.

Ricardo Cristof Remmert-Fontes: Frontex, „Krieg gegen Menschen an Europas Grenzen“

Raum MA 548. Die europäische Sicherheitsarchitektur ist erwachsen aus dem Ansatz, verschiedene Teilfelder im Bereich der Inneren und öffentlichen Sicherheit, aber auch der Geheimdienstarbeit und der militärischen Sicherheitskonzepte enger miteinander zu verzahnen. Eines der wesentlichen Ziele dieser integrierten Sicherheitsarchitektur ist die Abwehr „illegaler Migration“.

Dies wurde vor allem forciert mit der Schaffung der europäischen Grenzschutzagentur „FRONTEX“, die ganz bewußt nicht als Behörde, sondern als „Agentur“ gegründet worden ist. FRONTEX besitzt zwar teilweise exekutivische Befugnisse, soll aber in erster Linie koordinierend tätig sein. Hierzu sind bei allen nationalen Sicherheitseinrichtungen (als Polizeien, Paramilitärs, Streitkräfte und Geheimdienste etc.) der EU-Mitgliedsländer „Verbindungsstellen“ eingerichtet worden. Wichtig ist hierbei, daß FRONTEX als Agentur eben keinem Ministerium unterstellt oder dem EU-Parlament gegenüber rechenschaftspflichtig ist, sondern aus Vertretern der EU-Kommission und der Mitgliedsländer bestehenden Verwaltungsrat.

FRONTEX koordiniert also Einsätze multinationaler Einheiten verschiedener Einrichtungen und Organe gegen Flüchtlinge und kann dazu Material (Schiffe der Marine und Küstenwache, Hubschrauber, Flugzeuge, Waffen etc.) und Personal dieser Einrichtungen anfordern. Alle Mitgliedsländer stellen bestimmte Kontingente hierfür auf Abruf bereit, worüber FRONTEX eine Datenbank führt. Gleichzeitig gibt FRONTEX gezielte Informationen über Flüchtlingsbewegungen und Routen an nationale Sicherheitsorgane, damit diese effektiv eingreifen können. Darüber hinaus aber wird das Budget von FRONTEX sukzessive erhöht, wodurch eigenes Material (u.a. Schiffe und Hubschrauber) angeschafft wurde und wird.

Man kann FRONTEX also mit einer supranationalen, militärischen Einsatzzentrale zur (militärischen) Abwehr von Flüchtlingen betrachten – geführt von einem finnischen Brigadegeneral und mit permanenter informationeller Unterstützung der NATO (Aufklärungssatelliten) und Geheimdienste.

Flankiert wird die europäische Sicherheitsarchitektur aber auch durch den Aufbau europäischer Datenbank-Verbünde, die umfassende Sammlung und Speicherung von Daten aller Menschen aus möglichst vielen Lebensbereichen (Vorratsdaten, biometrische Daten, Reise- und Bewegungsdaten, Finanzdaten) ermöglichen.

Das dritte Element sind juristische Konstruktionen, die systematisch das Asylrecht und internationales Völkerrecht aufweichen bzw. umgehen. Die Beispiele sind die sog. „Drittstaatenregelung“, die Nicht-Anerkennung des Seerechts bei auf See aufgebrachten Flüchtlingen, die Dublin II-Verordnung und andere.

Ricardo Cristof Remmert-Fontes ist 1. Vorsitzender des e.V. „Aktion Freiheit statt Angst“ weitere Infos auf der Vereinshomepage und seiner Privatseite.

Dietrich Schulze: Kampf für Zivilklauseln und gegen Rüstungsforschung

Raum MA 648. Krieg und Militarisierung abzulehnen ist Voraussetzung für die schwierigere Aufgabe, die Gestaltung des Friedens anzupacken. Ein Mittel dazu sind Zivilklauseln für die Hochschulen („Forschung und Lehre nur für friedliche und zivile Zwecke.“) in Senatsbeschlüssen, Grundordnungen und Hochschulgesetzen. Seit Sommer 2008 ist die Zivilklausel Gegenstand der öffentlichen Auseinandersetzung im Zusammenhang mit der Bildung des Karlsruher Instituts für Technologie KIT – Universität(TH) plus Forschungszentrum Karlsruhe – geworden und hat zunehmend an Aktualität und Bedeutung im Kampf gegen Kriegsforschung an Hochschulen gewonnen.

….. mehr in der Webdokumentation der „Initiative gegen Militärforschung an Universitäten“.

Dr.- Ing. Dietrich Schulze ist Beiratsmitglied der NaturwissenschaftlerInnen-Initiative „Verantwortung für Frieden und Zukunftsfähigkeit“. Ab 1966 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter und von 1984 bis zu seinem altersbedingten Ausscheiden 2005 Betriebsratsvorsitzender des Forschungszentrums Karlsruhe, des jetzigen KIT. Er hat die „Initiative gegen Militärforschung an Universitäten“ mit gegründet.